Ein Tor zur Welt der Burgen

Länderverbindende Studio-Ausstellung auf der Veste Coburg

Der FrankenReporter Nr. 800 vom 15. Juni 2020coburg_ausstellung_burgenstrasse.jpg

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Wer vor 500 Jahren zur Burgbesatzung der Veste Coburg gehörte, musste gute Augen habe. Nur so waren die Feuerpfannen auf der rund zwanzig Kilometer entfernten Heldburg zu sehen. Diese Schwesterburgen warnten einander mittels Lichtsignalen, wenn Angriffe drohten. Bei akuter Gefahr wurden auch Kirchenglocken einbezogen. Wie bei einem Staffellauf trugen sie das Alarmsignal von der Heldburg über Ummerstadt und Weitramsdorf bis nach Coburg. Nachzulesen ist dies in der handschriftlichen Verteidigungsordnung aus dem Jahr 1525, die bis 10. Januar 2021 in der neuen Studioausstellung „Länderverbindend – Coburg an der Burgenstraße Thüringen“ zu sehen ist. Die Veste Coburg bildete über Jahrhunderte das südliche Bollwerk der sächsisch-thüringischen Herrschaftsgebiete. Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Coburg in Bayern“ nimmt die Studioausstellung Coburgs mitteldeutsche Prägung in den Blick. Die Ausstellungsobjekte sind charakteristisch für jeweils eine bestimmte thüringische Anlage und geben zugleich Einblick in das breite Spektrum mitteleuropäischer Burgen. Gezeigt werden zum Beispiel Säulenkapitelle aus der Burg Weißensee, reich verziert mit Fabelwesen und Adlern im Sturzflug, eine Auswahl an Belagerungs- und Verteidigungswaffen oder eine zwölfmal überstrichene Tresortür. Auch Burgenromantik und Historismus sind Thema der Ausstellung. Im 19. Jahrhundert wurden Burgen im großen Stil wiederentdeckt und nach den eigenen Idealvorstellungen „vervollständigt“. An der Burgenstraße Thüringen liegen mit der Wartburg, der Veste Coburg und der Veste Heldburg drei Vertreter jener Epoche.

Datum / Zeichen

FR-2020-06 / 1.759

Links

www.kunstsammlungen-coburg.de

Schlagworte

Coburg | Coburg.Rennsteig

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© Florian Bangert