Lustwandeln in der grünen Pracht –

Parks und Gärten in Franken

Der FrankenReporter Nr. 785 vom 15. März 2019npa_0860_naturpark-altmuehltal__altmuehltal-panoramaweg---arnsberger-leite.jpg

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50 Jahre Naturpark Altmühltal / Gartenschau in Wassertrüdingen / Inspirierende Gartenmessen / Initiative „Gartenparadiese Haßberge“ / Feste in herrschaftlichen Parkanlagen / Geführte Gartentouren

 

Im Laufe der Geschichte hat das heutige Franken viele Herrscher gesehen. Ob Fürstbischöfe, Markgrafen oder Könige: Ihr Erbe hat in Franken eine ausgesprochen „grüne“ Seite, wie die vielen Parkanlagen mit herrschaftlichem Ursprung belegen. Natürlich treibt auch heutzutage die Lust an der Gartenkunst faszinierende Blüten – und dafür wiederum ist die Gartenschau in Wassertrüdingen, die am 24. Mai 2019 Eröffnung feiert, ein hervorragendes Beispiel. Die Verbindung zwischen historischen Parks und modernem Gärtnern stellen die „Gartentouren“ her: als spannende Führungen durch Frankens „gezähmte Natur“.

 

Jubiläum im Jurameer

Noch vollkommen ungezähmt war die Natur vor rund 140 Millionen Jahren im heutigen Naturpark Altmühltal. Der Mensch spielte hier noch keine Rolle – stattdessen breitete der Urvogel Archaeopteryx über einem flachen Jurameer seine Schwingen aus und unter ihm tummelten sich Raub- und Fischsaurier, Ammoniten oder meterlange Krokodile. Heute ist freilich das Meer dem ruhigen Lauf der Altmühl gewichen, doch die Landschaft im Naturpark Altmühltal erzählt eindrucksvoll von dieser Epoche der Erdgeschichte: Fossilienreiche Steinbrüche und markante Felsen, die einst Korallenriffe waren, sind nur zwei Beispiele dafür. Eine einzigartige und schützenswerte Natur: Diese Meinung vertraten auch die engagierten Lokalpolitiker, die 1969 den Verein „Naturpark Altmühltal (Südl. Frankenalb) e.V.“ gründeten. Ihr Ziel war es, die besondere Landschaft zwischen Gunzenhausen, Weißenburg i.Bay., Eichstätt und Kelheim über alle Landkreis- und Bezirksgrenzen hinweg zu schützen und gleichzeitig einen Erholungsraum für den Menschen zu schaffen.

 

Mit dieser Vereinsgründung schlug die Geburtsstunde des Naturpark Altmühltal, der zu diesem Zeitpunkt mit knapp 3.000 Quadratmeter Fläche der größte Naturpark Deutschlands war. 50 Jahre sind seitdem vergangen – ein halbes Jahrhundert, in dem der Naturpark etwa mit dem „Altmühltal-Radweg“, dem „Altmühltal-Panoramaweg“, seinen Informations- und Umweltzentren oder seinen Hobbysteinbrüchen für Fossiliensucher Meilensteine gesetzt hat. Zum runden Geburtstag bieten von März bis November 2019 Jubiläumstouren die Möglichkeit, die verschiedenen Naturräume des Altmühltals kennenzulernen. Zusammen mit geschulten Naturparkführern erkunden die Teilnehmer naturnahe Buchenwälder, Trockenrasen und Wacholderheiden, Flüsse, Felsen, Höhlen oder Steinbrüche. Zum Mitfeiern lädt außerdem das Jubiläumsfest am 14. Juli 2019 im Informationszentrum Naturpark Altmühltal ein: Bei diesem Thementag stellen sich unter anderem die Naturparkführer mit vielen Mitmachaktionen und Workshops vor (www.naturpark-altmuehltal.de/50-jahre).

 

Gartenschau der Heimatschätze

Ein Festwochenende bereitet auch Wassertrüdingen. Die Stadt im Romantischen Franken feiert die Eröffnung der Gartenschau „Natur in der Stadt“, deren Gastgeberin sie bis zum 8. September 2019 ist. Die Gartenschau setzt besonders die „Heimatschätze“ Wassertrüdingens in Szene: die historischen Gebäude, die fischreiche Wörnitz oder die traditionellen Streuobstwiesen. Zwei neue Parkanlagen sind anlässlich der Gartenschau entstanden: Farbenprächtige Pflanzflächen mit klangvollen Namen wie „Blütenwellen“ oder „Kerzenzauber“ begrüßen die Besucher im Wörnitzpark. Hier präsentieren sich Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Baumschulen, Verbände und Vereine und bieten so jede Menge Inspiration für den heimischen Garten und Balkon. Den zweiten grünenden Neuling Wassertrüdingens, den Klingenweiherpark, entdecken die Besucher am besten auf dem „Weihersteig“: Er verbindet Erlebnisspielplatz und Gastronomie, Kunstinstallationen, eine Klangoase, und sogar ein „Bett im Kornfeld“. Verbunden werden Wörnitz- und Klingenweiherpark von einem Weg, der durch die Altstadt und entlang der Stadtmauer führt. Unterwegs wird ein Band aus Gärten von floristischen Installationen und Ausstellungen flankiert.    

 

Mit dem Eröffnungswochenende startet das Begleitprogramm der Gartenschau. Montags geht es zum Beispiel mit Angeboten wie Aquajogging oder Yoga immer „Fit und entspannt in die Woche“, dienstags werden bei „Gartenschau intensiv“ kostenfreie Führungen angeboten und donnerstags ist der „Tag der Generationen“. Für Höhepunkte sorgen weiterhin Veranstaltungen wie der Genussmarkt am 8. und 9. Juni 2019, das Sommerfest am 29. Juni 2019, der Streuobsttag am 30. Juni 2019, die „Verzauberte Gartenschau“ am 17. August 2019 oder die Abschlussfeier am 8. September 2019 (www.wassertruedingen2019.de).

 

Inspirationen beim „Gärten schauen“

Von Wassertrüdingen aus ist es nur ein Katzensprung ins Fränkische Seenland: Aufgrund der Nähe hat sich die Ferienregion 2019 deshalb das Jahresmotto „Gartenschau – Gärten schauen“ gegeben. Bei Führungen und Veranstaltungen zeigen sich die Parks und Privatgärten des Fränkischen Seenlands das ganze Jahr über von ihrer blühenden Seite. Zu ihnen gehört der Schlosspark Dennenlohe bei Unterschwaningen, bekannt als Süddeutschlands größter Rhododendronpark. Die „Dennenloher Schloss- und Gartentage“ (30. Mai bis 2. Juni 2019), bei denen die zahlreichen Aussteller Gartentrends präsentieren, gehören schon längst fest zum Gartenkalender in der Region (www.fraenkisches-seenland.de/2019).

 

Inspiration für das private Paradies im eigenen Garten bieten ebenso die „Casteller Landhaustage“ im Steigerwald (30. Mai bis 2. Juni 2019): Den Rahmen für die Präsentation bildet hier der Casteller Schlossgarten – und die Verbindung mit den Weinen der Domäne Castell verspricht eine besonders genussvolle Zeit (www.casteller-landhaustage.de). Den Schloss- mit dem Kurpark tauschen die Besucher der „Genuss & Gartenlust“ in Bad Orb (18. bis 20. Mai 2019). Diese Gartenmesse im Spessart-Mainland bietet rund 100 Ausstellern sowie vielen kulinarischen Angeboten Platz (www.bad-orb.info).

 

Private Rückzugsorte

Es ist immer spannend zu sehen, wie all diese Inspirationen und Ideen schließlich zu Hause Früchte tragen. Deswegen öffnet in Franken auch eine stattliche Anzahl von Privatleuten ihre Gartentür für Besucher, teilweise bieten sie sogar Führungen durch ihr Refugium an. In den Haßbergen sowie im nördlichen Steigerwald bündelt seit Anfang des Jahres die Initiative „Gartenparadiese Haßberge“ diese Angebote in einer Broschüre sowie auf einer Webseite, auf der zudem ein Blog vom Gartenjahr in der Region berichtet. Ergänzt werden hier die Entdeckungstouren in privaten Gärten durch Angebote in Pfarr-, Kräuter- oder Künstlergärten (www.gartenparadiese-hassberge.com).

 

Fürstliche Gartenpracht

Was aber, wenn der Garten nicht nur der Entspannung, sondern auch der Repräsentation dienen soll? In der Vergangenheit beherrschten gerade die fränkischen Fürstbischöfe diese Verbindung hervorragend. Ein solch prachtvolles Gartenexemplar umgibt beispielsweise im Fränkischen Weinland die Würzburger Residenz, die zum UNESCO-Welterbe zählt. In Veitshöchheim ließen die Würzburger Fürstbischöfe um ihre Sommerresidenz ebenfalls einen eindrucksvollen Garten anlegen, dessen „Garten-Programm“ samt Sichtachsen, Statuen und Brunnen wohldurchdacht war. Sowohl der Würzburger Hofgarten als auch der Veitshöchheimer Rokokogarten laden dazu ein, in ihrer Pracht stilvoll zu feiern: zum Beispiel anlässlich des Mozartfests bei den Würzburger „Nachtmusiken im Hofgarten“ (31. Mai und 22. Juni 2019) und bei der Veitshöchheimer „Serenade vor dem Sommerschloss“ (16. Juni 2019, www.fraenkisches-weinland.de).

 

Im Paradies der Markgräfin

Einen ausgesprochen grünen Daumen bewiesen unter Frankens Herrschern die Markgrafen aus dem Hause Hohenzollern. Besonders Wilhelmine, Bayreuths bedeutende barocke Markgräfin, gestaltete die Parklandschaften ihrer Residenzstadt im Fichtelgebirge als großartiges Kunstwerk. Vor allem die Bayreuther Eremitage lag ihr am Herzen; Laubengänge, Wasserspiele sowie eine Vielzahl an künstlichen Ruinen tragen dazu bei, dass die Eremitage noch heute eine Sonderstellung unter den Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts einnimmt. Am 27. Juli 2019 wird der Park außerdem zum Festsaal unter freiem Himmel: Beim Sommernachtsfest in der Eremitage wandeln die Besucher auf Wilhelmines Spuren. Übrigens hat die Markgräfin auch in der Fränkischen Schweiz ein besonderes Gartenerbe hinterlassen: den Felsgarten Sanspareil bei Wonsees. „Ohne Gleichen“ heißt sein Name übersetzt und genau das rief eine Hofdame Wilhelmines aus, als sie den Felsengarten erblickte. Ihre Begeisterung ist bis heute nachvollziehbar: Bizarre Felsformationen bilden die Kulisse für geometrische Gartenbereiche, den „Morgenländischen Bau“ und das pittoreske Ruinentheater (www.bayreuth-wilhelmine.de).

 

Stadtgeschichte im Blumenbeet

Wie eng viele der fränkischen Gärten mit der Geschichte verwoben sind, zeigt auch ein Besuch im Schlossgarten Erlangen in der Städteregion Nürnberg. Er geht, wie die gesamte barocke Planstadt Erlangen, auf die Markgrafen zurück. Bei einem Spaziergang durch den Schlossgarten fächert sich deshalb die Stadtgeschichte auf – und genau dies vermittelt die Führung „Stadtgeschichte im Schlossgarten“. Musik und Gartenpracht verbinden sich hingegen bei den Erlanger Schlossgartenkonzerten (12. Mai bis 4. August 2019). Die kostenlosen Konzerte vor der barocken Kulisse der Orangerie gehören zu den beliebtesten Sommerangeboten der Stadt (www.erlangen.info).

 

Nicht markgräfliche, dafür aber herzogliche Parklandschaften spielen 2019 in Coburg sowie in der gesamten Region Coburg.Rennsteig eine große Rolle: Stadt und Land feiern den 200. Geburtstag von Prinz Albert, der hier geboren wurde und sich als Ehemann von Queen Victoria zu einem der wichtigsten Männer des 19. Jahrhunderts entwickelte. Das Jubiläum setzt so bei verschiedenen Veranstaltungen unter anderem den Coburger Hofgarten sowie den Park von Schloss Rosenau in Szene (www.coburg-rennsteig.de).

 

Wie schön es sich in einem Schlossgarten feiern lässt, zeigt sich im Nürnberger Land: Am 25. und 26. Mai 2019 lädt Feucht zum Kulturfest „Feucht kann Kultur“ in den Park des Zeidlerschlosses ein (www.musikbund-feucht.de). Das Liebliche Taubertal schließlich bittet am 16. Juni 2019 in den Schlossgarten Weikersheim zum Schlosserlebnistag „à la française“ mit kulinarischem Rendezvous (www.schloss-weikersheim.de).  

 

Gartentouren durch Franken

Immer ein Tipp sind die geführten Gartentouren in Frankens „grünen Paradiesen“, die eine spannende Bandbreite abdecken. Bei ihnen erschließt sich zum Beispiel das „Himmelreich der Zisterzienser“: So ist eine Führung benannt, die von Mitte April bis September 2019 im Steigerwald die einst klösterlichen Gärten von Schloss Oberschwappach bei Knetzgau erschließt (www.knetzgau.de). Wie sich barocke Gartenkunst, englisches Flair und königliches Ambiente verbinden, zeigt die Gartentour in Bad Brückenau: Der Schlosspark-Gärtner gibt hier sein Wissen rund um die beeindruckenden Rosen-Arrangements, die Kastanienallee und den Laubengang sowie die Sommerresidenz von König Ludwig I. weiter (www.staatsbad.de). Eine besonders köstliche Gartentour hat das Obermain•Jura im Angebot: Bei „Genuss im Grünen – So schmeckt Bad Staffelstein“ (8. September 2019) präsentiert sich der weitläufige Bad Staffelsteiner Kurpark mit seinem See und dem Gradierwerk als Genussmeile mit vielen regionalen Spezialitäten (www.bad-staffelstein.de).

 

Mehr zu den Genusstouren findet sich auf der Webseite www.frankens-paradiese.de. Sie bietet weiterhin viele Infos zu Parks und Gärten sowie Veranstaltungen. Als Wegweiser zu Frankens Gartenoasen dient in gedruckter Form die Faltkarte „Parks & Gärten – Entdeckungsreise in grüne Paradiese“, die kostenlos über FrankenTourismus bestellt werden kann.

 

 

FrankenTourismus

Pretzfelder Straße 15, 90425 Nürnberg

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Nürnberg | Städteregion Nürnberg

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