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Ein perfekter Tag zwischen Mittelalter und Weihnachtsromantik in Rothenburg ob der Tauber

Ein Tag in Rothenburg ob der Tauber beginnt mit dem Gefühl einer Zeitreise. Verwinkelte Gassen, mittelalterliche Fachwerkhäuser und grüne Oasen prägen das Stadtbild. Die besondere Atmosphäre lässt den Alltag schnell in den Hintergrund treten – genau darin liegt der Zauber dieser Stadt.

Zwei Personen sitzen an einem Tisch auf gepflastertem Platz vor historischen Fachwerkhäusern und trinken Kaffee.

08.00 Uhr – Morgenstimmung in der Altstadt und Stadtmauer

Mit dem ersten Licht der Morgensonne gleitet der Blick über die Dächer der mittelalterlichen Fachwerkhäuser. Die kopfsteingepflasterten Gassen sind noch ruhig, begleitet vom Zwitschern der Vögel, während wir durch die historische Altstadt spazieren. Aus einer Bäckerei nahe dem Marktplatz zieht der Duft von frischem Gebäck herüber – ein idealer Ort für ein gemütliches Frühstück mit Blick auf das prächtige Rathaus.

Im Anschluss führt der Weg hinauf zur Stadtmauer. Von hier eröffnen sich weite Ausblicke über die Dächer der Stadt und die hügelige Landschaft Frankens. Die Mauer ist fast vollständig begehbar, und jeder Abschnitt vermittelt ein eindrucksvolles Gefühl der Nähe zur Geschichte.

10.00 Uhr – Mittelalterliches Kriminalmuseum und Plönlein

Am späten Vormittag besuchen wir das Mittelalterliche Kriminalmuseum. Die Ausstellung vermittelt eindrucksvoll, wie Recht und Ordnung im Mittelalter durchgesetzt wurden – von originalen Gerichtsdokumenten bis hin zu historischen Straf- und Folterinstrumenten. Im Anschluss lohnt sich ein kurzer Stopp am nahegelegenen Plönlein, dem wohl bekanntesten Fotomotiv Rothenburgs.

12.00 Uhr – Mittagessen

Zur Mittagszeit kehren wir in eines der traditionellen Gasthäuser ein. Regionale Klassiker wie fränkischer Sauerbraten, Kartoffelknödel und ein kühles Bier bieten die passende Stärkung nach einem erlebnisreichen Vormittag.

14.00 Uhr – Kirchenkunst, Handwerk und Stadtgeschichte

Am Nachmittag steht der Besuch der St.-Jakobs-Kirche auf dem Programm. Hier bewundern wir den berühmten Heiligblutaltar von Tilman Riemenschneider – ein herausragendes Meisterwerk der Holzschnitzkunst.

Anschließend bleibt Zeit für individuelle Entdeckungen: Galerien und Handwerksläden laden zum Stöbern ein, ebenso das bekannte Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt. Tausende funkelnde Lichter, liebevoll gestalteter Christbaumschmuck und traditionelles Kunsthandwerk schaffen eine besondere Atmosphäre. Direkt darüber bietet das Deutsche Weihnachtsmuseum spannende Einblicke in die Geschichte deutscher Weihnachtstraditionen – von frühen Glaskugeln bis zu historischen Adventskalendern.

Bevor es zum Abendessen geht, besuchen wir das gegenüberliegende Historiengewölbe mit Staatsverlies. Tief unter dem alten Rathaus verbirgt sich ein eindrucksvolles Stück Stadtgeschichte. Die kühle, gedämpfte Atmosphäre, dicke Steinmauern und niedrige Decken lassen die düsteren Kapitel der Vergangenheit spürbar werden. Der Rundgang ist weniger klassische Museumsbesichtigung als vielmehr eine intensive Zeitreise in die Welt mittelalterlicher Gerichtsbarkeit und menschlicher Schicksale.

18.00 Uhr – Abendessen in historischer Atmosphäre

Wenn der Tag sich dem Ende neigt und die letzten Sonnenstrahlen die Altstadt in warmes Licht tauchen, wird es ruhiger in den Gassen. Fachwerkhäuser wirken im Schein der Laternen besonders stimmungsvoll. Zum Abendessen laden zahlreiche Gasthäuser, Weinstuben und Restaurants ein – viele davon in jahrhundertealten Gebäuden mit Gewölbedecken, offenem Kamin oder originalem Fachwerk wie das Gasthaus "Zur Höll".

21.30 Uhr – Nachtwächterführung

Den perfekten Abschluss bildet eine Nachtwächterführung. Unterhaltsam und geschichtsträchtig führt der Nachtwächter durch die abendliche Stadt. Gekleidet in schwarzem Mantel, mit Dreispitz, Hellebarde und Laterne, erscheint er auf dem Marktplatz und begrüßt seine Gäste mit dem traditionellen Ruf „Hört Ihr Leut’ und lasst Euch sagen…“. Genau wie im 16. Jahrhundert erzählt er von Ruhe, Ordnung und Sicherheit in vergangenen Zeiten.

Lust auf mehr?

Zwei Personen sitzen auf einer Wiese und blicken auf eine Stadt mit historischen Gebäuden und Kirchtürmen.

Spaziergang ins Taubertal

Ein Ausflug führt hinaus in die Natur des Taubertals. Rundwanderwege erschließen die Landschaft rund um Rothenburg und bieten abwechslungsreiche Ausblicke (Dauer ca. 2–4 Stunden).

Besuch des RothenburgMuseums

Das RothenburgMuseum vermittelt vertiefende Einblicke in Kunst, Kultur und Stadtgeschichte Rothenburgs (Dauer ca. 2 Stunden).

Weinprobe oder Bierverkostung bei lokalen Anbietern

Regionale Weine oder fränkische Biere lassen sich bei ausgewählten Anbietern wie beispielsweise der Landwehr-Bräu oder dem Weingut Glocke im Rahmen einer Verkostung kennenlernen (Dauer ca. 2 Stunden).

Jörg Hentschel und Claudia Büttner