The Great Escape –
Frankens sanfte wilde Seite
Wie weit muss man gehen, um der Natur wirklich nah zu sein? In Franken reichen dafür oft schon ein paar Schritte – nach oben, nach unten oder einfach hinaus ins Grüne. Im Urlaubsland öffnen sich ganz unkompliziert Räume, in denen der Alltag zwischen Baumwipfeln und Felsen, an Seen und Flüssen leiser wird. Diese Perspektivwechsel schärfen den Blick auf die Natur und schenken Erlebnisse, die lange nachwirken.
Franken ist für Naturerlebnisse wie geschaffen, schließlich ist knapp die Hälfte seiner Fläche Naturpark-Gebiet. Der Steigerwald ist einer dieser insgesamt zehn Naturparke – und er lädt ein zu einem Waldspaziergang auf Augenhöhe. Auf rund 1.150 Metern Länge führt der Baumwipfelpfad Steigerwald durch die oberen Etagen des Ebracher Forstes. Höhepunkt ist der 42 Meter hohe Aussichtsturm, von dem der Blick weit über die Landschaft reicht. Auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist der Pfad, an dem mehrere Stationen Wissen über den Lebensraum Wald vermitteln, bestens befahrbar. Ganz neu ist das VISCOPE-Fernrohr, das reale Ausblicke mit digitalen Informationen verbindet.
2026 feiert der Baumwipfelpfad zudem sein zehnjähriges Bestehen, weshalb Themenführungen, Greifvogelflugschauen, Regionalmärkte oder Sternenspaziergänge das Naturerlebnis um besondere Momente erweitern: Wenn beim nächtlichen Aufstieg Sternbilder erklärt werden oder das Vollmond-Yoga mit einer kleinen Kakao-Zeremonie kombiniert wird, verwandelt sich der Wald zu einem Konzertsaal der Stille (www.baumwipfelpfadsteigerwald.de).
Hoch hinaus und tief hinab
In Boxberg im Lieblichen Taubertal verbindet sich das Walderlebnis mit etwas mehr Adrenalin: Im dortigen Waldseilgarten hangelt man sich zwischen den Bäumen über Balken, Seile und Plattformen. Hier zählen Mut, Gleichgewicht und Teamgeist – ob im Freundeskreis, mit der Familie oder in der Gruppe. Für Kinder gibt es eigene Routen, die spielerisch an das Klettern heranführen. Ergänzt wird das Angebot durch Naturspielpfade und Bogenschießen. Wer länger bleiben möchte, kann im Baumhaus „Lazy Lodge“ übernachten und den Blick über das Umpfertal genießen (www.waldseilgarten-boxberg.de).
Im Nürnberger Land zeigt der Weg in die wilde Natur sowohl nach oben als auch nach unten. Mit ihren zahlreichen Felsen zählt die Urlaubslandschaft zu den bedeutendsten Klettergebieten in Deutschland. Weltbekannte Kletterfelsen wie Weißenstein, Roter Fels oder Glatzenstein ziehen erfahrene Profis genauso an wie Einsteiger, wobei letztere bei Kletterkursen alles Nötige lernen, um sicher in die Vertikale zu gehen. Gleichzeitig öffnet sich unter der Oberfläche des Nürnberger Lands eine zweite Welt. Geführte Höhlenwanderungen mit erfahrenen Guides ermöglichen faszinierende Einblicke in den Bauch der Erde, so etwa bei den Entdeckungstouren durch unerschlossene Höhlen bei Hartenstein. Besonders spannend ist auch die geführte Höhlenbegehung der etwa 1.200 Meter langen und 52 Meter tiefen Bismarckgrotte bei Velden. Ausgestattet mit Helm und Stirnlampe passieren die Teilnehmenden beeindruckende Felsformationen und überwinden zwischendurch immer wieder kürzere Kletterpassagen sowie Spalten und Klüfte (urlaub.nuernberger-land.de).
Sonnengruß auf dem Wasser
Wem der Sinn nach bewegter Entspannung auf dem Wasser steht, fährt an den Rothsee im Fränkischen Seenland. Hier wird das Stand-up-Paddel-Board zur schwimmenden Yogamatte. Sonnengruß, herabschauender Hund & Co. verlangen den Yogis auf den Boards zwar deutlich mehr Balance und Konzentration ab als an Land – was dafür aber mit einem intensiven Gefühl von Ruhe belohnt wird. Auch am Großen Brombachsee, genauer gesagt an Deck der „MS Brombachsee“, wird die Yogamatte ausgerollt: Beim Format „Yoga an Bord“ verwandelt sich das Sonnendeck des Trimarans während der Fahrt in ein Open-Air-Studio, in dem sich sanfte Bewegungen, Wasser und Weite zur entschleunigenden Erfahrung verbinden (www.fraenkisches-seenland.de).
Tierische Begegnungen mit Kranich, Adler und Alpaka
Viele Positionen im Yoga tragen die Namen von Vögeln, darunter etwa die durchaus anspruchsvolle Kranichhaltung. Im Fränkischen Weinland lässt sich ihr Namensgeber bestens beobachten, denn hier wird bei Bergrheinfeld die Garstädter Seenlandschaft zur Naturbühne für seltene Gäste wie Eisvögel, Reiher, Kraniche und Fischadler. Vom Aussichtsturm aus öffnet sich der Blick über das Vogelschutzgebiet, in dem sich das Leben der Tiere nahezu ungestört entfaltet (www.fraenkisches-weinland.de, tourismus.schweinfurt.de).
Noch unmittelbarer wird die Begegnung mit den Vögeln im Naturpark Altmühltal. Einmal einem Adler direkt in die Augen schauen, den kraftvollen Flügelschlag eines Falken spüren oder eine Eule aus nächster Nähe erleben: Der Falkner-Erlebnistag auf der Rosenburg bei Riedenburg macht das möglich. Der rund sechs Stunden dauernde Erlebnistag auf dem Falkenhof beginnt mit einer Einführung in die Welt der Falknerei. Die Teilnehmenden (ab 16 Jahren) lernen die verschiedenen Greifvogelarten kennen und erhalten Einblicke in die tägliche Arbeit der Falkner:innen von der Pflege der Tiere bis hin zum Training. Ein besonderes Highlight ist das praktische Arbeiten mit den Vögeln. Unter Anleitung tragen sie Greifvögel auf dem Falknerhandschuh und begleiten das Training und die Fütterung. Ein weiteres Erlebnis ist die Flugvorführung: Hier zeigen die Tiere ihre enorme Geschwindigkeit, Wendigkeit und Präzision. Doch nicht nur Zuschauen ist angesagt – beim eigenständigen Freiflug eines Greifvogels, selbstverständlich unter fachkundiger Begleitung, wird der Traum vieler Tier- und Naturfreund:innen Wirklichkeit (www.falkenhof-rosenburg.de/falkenhof/falkner-erlebnistag).
Zu tierischen Touren lädt die Ferienlandschaft Coburg.Rennsteig ein. Hier begleiten Alpakas geführte Wanderungen, beispielsweise auf Höfen in Steinach, rund um Bockstadt bei Eisfeld, in Neustadt b.Coburg und in Itzgrund. Ihr ruhiges Wesen prägt den Rhythmus des Gehens – entschleunigt, aufmerksam, beinahe meditativ (www.coburg-rennsteig.de/meine-erlebnisse/natur-aktiv/ausflugsziele-in-der-natur). Im Frankenwald wiederum begleiten Lamas Wandernde durch die Mittelgebirgslandschaft, wobei sich die tierische Gelassenheit Schritt für Schritt auf die Gruppe überträgt (www.frankenwald-tourismus.de).
Wolfsgeheul und „wilde Träume“
Wenn der Tag endet, ist das Naturerlebnis noch lange nicht zu Ende, dafür sorgen in Franken außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Im Wildpark Bad Mergentheim im Lieblichen Taubertal kann die Nacht direkt am Wolfsgehege verbracht werden. Der Wolfswagen und der Wolfsbus, ein umgebautes Feuerwehrauto, sind die perfekte und sichere „Nachtbasis“, um die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten – oder besser gesagt: beobachtet zu werden, schließlich sind die Wölfe mindestens genauso neugierig wie ihre menschlichen Besucher:innen und machen sich gerne mit ihrem Geheul bemerkbar (www.wildtierpark.de).
Auch andernorts wird Übernachten zum Erlebnis: Baumhäuser wie das Ensemble „Luftikus“ auf der Domäne Schaumburg bei Schalkau in der Ferienlandschaft Coburg.Rennsteig verbinden Architektur mit Natur, während im Fränkischen Seenland schwimmende Ferienhäuser auf dem Wasser des Brombachsees schaukeln oder im Steigerwald Bubble Tents für einen Panoramablick auf den Sternenhimmel sorgen (www.domaene-schaumburg.de, www.fraenkisches-seenland.de, www.steigerwaldtourismus.com).
Wer es reduzierter mag, schlägt sein Zelt auf Frankens Trekkingplätzen auf, beispielsweise im Frankenwald, im Spessart-Mainland, im Steigerwald oder in der Urlaubsregion Coburg.Rennsteig. Mitten im Wald, oft nur mit dem Nötigsten ausgestattet, wird das einfache Unterwegssein zum Erlebnis. Lagerfeuer, Sternenfunkeln und die Geräusche der Nacht rücken in den Mittelpunkt – und lassen den Alltag endgültig in den Hintergrund treten (www.frankenwald-tourismus.de/draussen/trekking, spessart-mainland.de/trekkingzeltplaetze.html, www.steigerwaldtourismus.com/gastgeber/trekking-im-steigerwald, www.coburg-rennsteig.de/wandern#/erlebnisse).
Ob hoch oben in den Baumkronen, tief unter der Erde oder auf dem Wasser: Frankens „Great Escape“ führt auf sanften Wegen an Orte, an denen Stille hörbar wird und Bewegung zur Entschleunigung führt. Wer sich auf dieses Erlebnis einlässt, kehrt nicht nur erholt zurück, sondern auch mit einem geschärften Blick für das, was oft ganz nah liegt.
FrankenTourismus
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04. Mai 2026 / 8.615